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Longevity Mindset & Ikigai: Wie du mit der richtigen Lebensphilosophie dein Leben verlängerst

Sebastian Dietrich
March 12, 2025
9 mins.
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In unserem Longevity Zeitalter verschmelzen Longevity, Technologie und Forschung so sehr, dass tagtäglich über die futuristischsten und transhumanistischsten Therapiemethoden berichtet wird, die einen an einen einen Science Fiction Streifen erinnern lassen. Mehr darüber aber irgendwann in einem anderen Artikel. Denn auch wenn diese neuen Möglichkeiten die verrücktesten Technologien vereinen, wissen wir noch nicht, inwiefern sie das biologische Altern wirklich aufhalten.

Was wir jedoch genau wissen ist, dass ein gesundes Altern möglich ist und das bis mindestens 122 (Jean Calment - ältester Mensch der Welt), denn das zeigen uns die Blue Zones. Einer der „Blauen Zonen“, Okinawa, ist besonders für seine Longevity-Lebensphilosophie dem „Ikigai“ bekannt. Was das ist, wie es unser Leben verlängert und welche Bedeutung unserem Mindset dabei zukommt, sowie Integrationsmöglichkeiten wissenschaftlich fundierter Techniken in deinen Alltag erfährst du in diesem Artikel.

Mindset & Epigenetik verlängern die Lebensspanne

Um den Hintergrund von Mindset auf unsere Gesundheit zu verstehen, ist es vorab wichtig den Begriff der Epigenetik einzuordnen. Das Forschungsgebiet der Epigenetik ergründet nämlich, wie Umweltfaktoren und Lebensstil unsere Genexpression beeinflussen, ohne die DNA-Sequenz selbst zu verändern. Laut dem Zellbiologen Dr. Bruce Lipton spielt unser Mindset eine zentrale Rolle in diesem Prozess.

  • Negative Gedanken und chronischer Stress aktivieren Gene, die Entzündungen fördern und das Immunsystem schwächen.
  • Positive Emotionen und ein starkes Sinngefühl hingegen fördern regenerierende Prozesse, verbessern die Zellgesundheit und reduzieren das Risiko für altersbedingte Krankheiten.

Durch ein gezieltes „Longevity-Mindset“ lassen sich also genetische Prozesse steuern, die sich direkt auf unser biologisches Alter auswirken.

Ikigai und Longevity

Und zu einem Longevity Mindset gehört auch ein klares „Ikgai“. Ikigai ist ein japanisches Konzept, das sich mit der Bedeutung und Erfüllung im Leben beschäftigt. Übersetzt bedeutet Ikigai so viel wie „das, wofür es sich zu leben lohnt“ oder „der Grund, morgens aufzustehen“.

Ikigai setzt sich aus vier Kernbereichen zusammen:

  1. Das, was du liebst (Leidenschaft)
  2. Das, worin du gut bist (Fähigkeiten)
  3. Das, was die Welt braucht (Beitrag zur Gesellschaft)
  4. Das, womit du Geld verdienen kannst (Berufung)

Das Zusammenspiel dieser vier Komponenten bildet das persönliche Ikigai, also den Sinn des eigenen Lebens.

Ikigai in Okinawa – ein Schlüssel zur Langlebigkeit

Auf der japanischen Insel Okinawa, einer der bekanntesten Blue Zones, wird Ikigai nicht nur als Konzept verstanden, sondern aktiv gelebt. Die Okinawaner haben oft keinen festen Ruhestand, sondern bleiben auch im hohen Alter in der Gemeinschaft aktiv. Sie pflegen enge soziale Verbindungen, haben eine gesunde Ernährung und ein hohes Maß an innerer Zufriedenheit. Ich selbst dürft emit meiner Frau drei Monate in Japan verbringen, 4 Wochen davon in Okinawa. Und ich war immer auf der Suche. Wo ist das Ikigai? Aber ich habe es nicht gefunden, denn es war überall auf der ganzen Insel. Es hat sich ausgewirkt auf die Natur, auf das Verhalten der Menschen selbst, auf ihr miteinander und auf ihre Freude im Alltag. Es war eher ein Gefühl, das man wahrnehmen konnte.

Studien zeigen, dass dieses Gefühl und diese Lebensweise mit einem verringerten Risiko für chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Diabetes einhergeht. Ikigai gibt den Menschen ein starkes Gefühl der Bestimmung und des Wohlbefindens – zwei Faktoren, die nachweislich mit einer höheren Lebenserwartung in Verbindung stehen.

Ikigai und Ziele

Um Ikigai systematisch zu entdecken, helfen z.B. folgende Fragen:

  1. Was hat mir in meiner Kindheit und Jugend Freude bereitet?
  2. Welche Tätigkeiten lassen mich die Zeit vergessen?
  3. Welche Werte sind mir besonders wichtig?
  4. Wie kann ich meine Talente sinnvoll einsetzen?

Neben dem großen Lebensziel lohnt es sich, kleinere Teilziele für verschiedene Lebensbereiche zu setzen:

  • Gesundheit
  • Familie & Beziehungen
  • Beruf
  • Soziales Engagement
  • Persönliche Weiterentwicklung

Ein effektiver Weg, sein persönliches Ikigai zu finden, ist zudem die „Mindfulness-Praxis“. Sie hilft, innere Klarheit zu gewinnen und sich bewusst zu machen, was wirklich erfüllt.

Mindfulness

Durch Mindfulnesspraktiken kommt an nicht nur einfache zu einem klaren Ikigai, sondern viele weitere gesundheitliche Nebeneffekte entstehen dabei, die sogar auf viele chronische Erkrankungen heilsam wirken können.

Mindfulness nach Dr. Joe Dispenza – Neurowissenschaftliche Meditation für Veränderung

Dr. Joe Dispenza ist bekannt für seine wissenschaftlich fundierten Methoden zur Veränderung des Bewusstseins und der Neuvernetzung des Gehirns. Seine Meditationstechniken bzw. Mindfulnespraktiken basieren auf der Idee, dass Gedanken und Emotionen direkt die Biochemie des Körpers beeinflussen und langfristig neue neuronale Muster geschaffen werden können.

Ablauf der Technik nach Dr. Joe Dispenza:

1. Einstimmen auf das gegenwärtige Moment-Bewusstsein

  • Was ist jetzt?
  • Die Meditation beginnt mit bewusstem Atmen und dem Fokussieren auf das Hier und Jetzt.
  • Ablenkende Gedanken sollen nicht unterdrückt, sondern lediglich beobachtet und dann losgelassen werden. (Nach dem ich schon seit vielen Jahren Vipassana praktiziere, kann ich sagen, dass dies ein zentraler Punkt dieser Meditationstechnik ist).

2. Herz-Kohärenz und Dankbarkeitsfokus

  • Dispenza nutzt die Herz-Hirn-Kohärenz, indem er die Meditation mit Dankbarkeit verbindet.
  • Studien zeigen, dass Dankbarkeit biochemische Prozesse auslöst, die heilende Gene aktivieren und Stresshormone senken.
  • die Praktizierenden werden angeleitet, sich in einen Zustand tiefer Dankbarkeit zu versetzen. (Suche dir dabei 1-3max Situationen aus deinem Alltag vor, für die du Dankbar bist)

3. Visualisierung des neuen Selbst

  • Dr. Dispenza betont, dass der Körper nicht zwischen realen und vorgestellten Erfahrungen unterscheidet.
  • Durch gezielte Visualisierung soll das „zukünftige Ich“ erschaffen werden – ein Zustand, in dem man sich bereits als gesund, erfolgreich oder erfüllt wahrnimmt.
  • Diese Technik basiert auf der Idee der Neuroplastizität. Indem man sich immer wieder vorstellt, eine bestimmte Eigenschaft oder ein Ziel bereits erreicht zu haben, verankert sich dieses Bild im Gehirn. (Durch diese Technik konnte Joe Dispenza übrigens seine schwere Rückenverletzung heilen).

4. Loslassen und Vertrauen in den Veränderungsprozess

  • Der letzte Teil der Meditation besteht aus einer tiefen Entspannung und dem bewussten Loslassen.
  • Das Unterbewusstsein soll das neue Ich „programmieren“.
  • Ziel ist es, den meditativen Zustand auch im Alltag zu bewahren und immer mehr danach zu leben.

Viele Menschen berichten von tiefgreifenden Veränderungen nach regelmäßiger Praxis. Studien zeigen, dass Dr. Dispenzas Mindfulnesstechniken nicht nur das Stresslevel senken, sondern auch positive epigenetische Veränderungen hervorrufen können, die zur Zellregeneration und Heilung beitragen. Ich selbst habe damit und auch mit vielen Kunden sehr positiven Erfahrungen machen dürfen. ich finde allerdings, dass die Techniken nicht „einfach“ sind. Ich vergleiche sie Imme mit Olympic Lifting. Ein umtrainierter sollte nicht direkt mit schweren olympischen Lifts starten. Ähnlich zur Meditation oder Mindfulness Praktiken. Sie sollten angeleitet und trainiert werden. Und oft denkt man, dass sie nicht direkt funktionieren, das das „Monkey Mind“ einsetzt. Der Atem kann dabei helfen, sie in solchen Situationen direkt wieder zu sammeln. Und mit regelmäßigem Training und Anleitung, klappt auch mit der Meditation.

Die Kraft der Dankbarkeit auf Mindset und Epigenetik

Ich finde es wichtig den speziell den Aspekt der Dankbarkeit herauszuarbeiten. Denn selbst nur dieser einzelne Teil, bewirkt oft wunder. Dankbarkeit ist eine der wirkungsvollsten mentalen Praktiken zur Verbesserung der Gesundheit. Studien zeigen, dass regelmäßige Dankbarkeitsübungen:

  • den Cortisolspiegel senken und Stress reduzieren
  • positive Gene für das Immunsystem aktivieren
  • die Produktion von Dopamin und Serotonin steigern
  • das biologische Alter durch epigenetische Veränderungen senken

Dankbarkeitspraktiken für den Alltag:

  • Dankbarkeitstagebuch führen – jeden Morgen oder Abend drei Dinge aufschreiben, für die man dankbar ist (ich habe übrigens sehr spät im leben begonnen ein Tagebuch oder ein Dankbarkeitstagebuch zu schrieben. Aber heute kann ich sagen, es ist wirklich sehr wertvoll und ich bin Dankbar für diese Möglichkeit, seinen Gedanken niederzuschreiben).
  • Dankbarkeit aktiv ausdrücken – sich regelmäßig bei anderen bedanken (ich mache das z.B. regelmäßig jeden Abend und an Wochenenden zusammen mit meiner Frau bei einer Kakaozeremonie).
  • Dankbare Visualisierung – sich bewusst Momente vorstellen, für die man dankbar ist

Atmung: Der physiologische Seufzer als effektivste Technik

Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass der "physiologische Seufzer" eine der effektivsten Methoden zur Beruhigung des autonomen Nervensystems ist – sogar wirksamer als klassische Meditationstechniken. (Zumindest in dem Studiensetup). Vor allem durch Andrew Huberman ist diese Methode weltverbreitet worden und ich selbst finde sie super geeignet, um in nur fünf Minuten (oder sogar in nur einer Minute) wieder in den Körper und in den Moment zu kommen und das Autonome Nervensystem zu beruhigen.  

  • Technik: Zwei schnelle Einatmungen durch die Nase, gefolgt von einer langen, langsamen Ausatmung durch den Mund
  • die Technik senkt sofort den Puls
  • sie reduziert Stresshormone
  • und fördert tiefe Entspannung

Mindfulness & Verhalten – Wie neue Gewohnheiten langfristig etabliert werden

All diese Mindset und Mindfulnesstechniken hängen auch ganz fest mit Verhalten zusammen. Denn Oft wissen wir zwar wie wir unsere Zeile erreichen können, was aber noch lange nicht bedeutet, dass wir die Ziele auch erreichen, denn unser Gehirn und unser Verhalten spielt dabei eine große Rolle.

Für das Erleben von neuem Verhalten benötigt das Gehirn nämlich enorm viel Energie. Bis das neue Verhalten aber integriert ist und automatisch abläuft sind wir meist schon gescheitert und haben aufgegeben. Und leider lassen sich dadurch viele Menschen entmutigen. Und das aber ungerechtfertigterweise, denn ohne zu scheitern können wir nicht besser werden. Denn genau das fand Prof. Prochaska in seinen Studien heraus. Bei jeder neu erlernten Gewohnheit scheitern wir im Schnitt übrigens zehn Mal.

Prof. James Prochaska entwickelte das Stages-of-Change-Modell, das beschreibt, wie sich Menschen neue Gewohnheiten aneignen. Es läuft in folgenden Stufen ab.

  1. Pre-Contemplation – Noch kein Bewusstsein für Veränderung (wir haben noch nicht einmal darüber nachgedacht unser Mindset verändern zu wollen)
  2. Contemplation – Erste Überlegungen, etwas zu ändern (du wägst vll. gerade ab, diese neuen Techniken auszuprobieren, bist aber noch unsicher)
  3. Preparation – Konkrete Planung einer Verhaltensänderung (du hast dich dazu entschieden Mindfulness Praktiken durchzuführen und dein Ikigai zu finden und bereitest dich darauf vor. Diese Phase ist sehr entscheidend, denn Vorbereitung ist die halbe Miete)
  4. Action – Umsetzung der neuen Gewohnheit (du beginnst mit den Techniken)
  5. Maintenance – Langfristige Integration in den Alltag (du behältst die Techniken bei und fällst immer wieder ein zwei Stufen zurück und machst Anpassungen auf den unteren Ebenen)

Durch gezielte Unterstützung auf jeder dieser Stufen lassen sich wunderbar neue Verhaltensweisen, wie Achtsamkeitspraktiken, dauerhaft etablieren.

Die 1%-Regel nach B.J. Fogg

Eine Methode, du beispielsweise auf der vierten <ebene anwenden kannst die 1%-Regel von Verhaltensforscher B.J. Fogg. Er empfiehlt, neue Gewohnheiten klein zu starten und langsam zu steigern.

  • Statt täglich eine Stunde zu meditieren, mit einer Minute beginnen
  • Statt sofort eine komplette Morgenroutine einzuführen, mit einer Sache starten (vll. nur Dankbarkeit oder nur Visualisierungen)

Der Trick dabei: Kleine Gewohnheiten führen langfristig zu großen Veränderungen. Trigger wie Erinnerungen im Kalender oder Routinen (z. B. „Nach dem Zähneputzen mache ich 10 Sekunden Achtsamkeit“) helfen, neue Verhaltensweisen zu festigen.

Fazit

Ein Ikigai-basiertes Longevity-Mindset kombiniert eine sinnstiftende Lebensweise mit einem bewussten, positiven Mindset.

  • Die Menschen in den Blue Zones zeigen, dass Sinn und Gemeinschaft entscheidend für ein langes Leben sind.
  • Epigenetik belegt, dass Gedanken und Emotionen die DNA-Expression beeinflussen.
  • Mindfulness-Techniken wie Meditation, Atmung und kleine Gewohnheitsänderungen helfen, den eigenen Alltag nachhaltig positiv zu gestalten.

Dein

Sebastian

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